Fellowship Report von Gesine Born: Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen
Entwicklung von Möglichkeiten und Mitteln
Frauen in der Wissenschaft eine größere Sichtbarkeit zu verschaffen – das war das Ziel von Gesine Borns Creative Fellowship im Kieler Netzwerk für Wissenschaftskommunikation (KielSCN). Hierfür erprobte sie sechs Monaten lang unterschiedliche visuelle Möglichkeiten. So experimentierte sie zum Beispiel mit verschiedenen Darstellungsarten oder auch mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Projektergebnisse flossen in Handlungsempfehlungen für die Wissenschaftskommunikationspraxis ein. Aufbauend auf persönlichen Gesprächen und ihren Erfahrungen als Fotografin, formuliert Gesine Born darin Impulse, was visualisiert werden kann und welche Mittel geeignet sind, um Frauen in der Wissenschaft visuell sichtbarer zu machen.
Bestandsaufnahme und Erfahrungsaustausch mit Wissenschaftlerinnen
Als Fotografin arbeitet Gesine Born seit vielen Jahren in einem wissenschaftlichen Kontext. Dabei ist ihr immer wieder die geringe Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft bewusst geworden. Ein klassisches Beispiel sind Ahnengalerien in wissenschaftlichen Einrichtungen. Hier setzt die Idee zu einer Serie an, die Wissenschaftlerinnen im Stil klassischer Fotografie früherer männlicher Nobelpreisträger zeigt. Der Erfahrungsaustausch mit zahlreichen Wissenschaftlerinnen zeigte Gesine Born außerdem, dass auch die Unterstützung untereinander eine wichtige Rolle spielt und dass andere Frauen in der Wissenschaft als Vorbild wahrgenommen werden, sei es aus der Wissenschaftsgeschichte oder aus dem unmittelbaren Umfeld.
Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen neue Darstellungsformen erproben
Im Rahmen des Fellowships fand auch ein Fotoworkshop am Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) statt. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen wurden hier unterschiedliche visuelle Möglichkeiten ausprobiert. Dafür porträtierte Gesine Born die Teilnehmerinnen in jeweils zwei verschiedenen Foto-Sets:
- weiches Licht, um ein professionelles, angenehmes Porträt zu schaffen, auf dem sich die Protagonistinnen wohl fühlen
- extrem hartes Licht, starke Kontraste und dominante Posen, mit dem klaren Ziel der Sichtbarmachung






KI – Ein Möglichkeitsraum von Vorstellungen und Utopien
Auch die Beschäftigung mit dem Medium KI spielte eine Rolle bei der Umsetzung des Fellowship-Projektes und das Konzept der „versäumten Bilder“ entstand. Gesine Born holt hier verpasste Bilder von verstorbenen Wissenschaftlerinnen mit Hilfe von KI nach. So erhielt zum Beispiel Rosalind Franklin, deren Forschungsergebnisse die Grundlage für die Entschlüsselung der DNA bildeten, posthum den Nobelpreis. In einer gemeinsamen Ausstellung mit der Schader-Stiftung in Darmstadt wurden Bilder mit einem stark regionalen Bezug im Jahr 2024 einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Die Handlungsempfehlungen können Sie hier herunterladen.
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